Lautertal Bikemarathon - Spiegelberg
 
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2017

 

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Zeitungsartikel in der Backnanger Zeitung
Text: Heinz Bohn
Bild: T.Sellmaier

 

 

2016

 

 

Kein Blick für die Idylle des Herbstwalds

Rund 650 Radsportler hetzten beim elften Lautertal-Bikemarathon durchs Gelände rund um Spiegelberg

Spitze Steine, heftige Höhenunterschiede und beachtliche Baumwurzeln: Das alles und noch viel mehr mussten die Teilnehmer des elften Lautertal-Bikemarathons überstehen. In Spiegelberg und den anliegenden Wäldern waren rund 650 Mountainbiker unterwegs, um sich den Herausforderungen des 27,6 Kilometer langen Rundkurses zu stellen.


Kurvten im idyllischen Herbstwald über spitze Steine und Wurzeln: Die rund 650 Teilnehmer des elften Lautertal-Bikemarathons.Foto: B. Strohmaier
Kurvten im idyllischen Herbstwald über spitze Steine und Wurzeln: Die rund 650 Teilnehmer des elften Lautertal-Bikemarathons.Foto: B. Strohmaier
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Von Katharina Klein

 

Es scheint so, als ob die Spiegelberger eine ganz besondere Beziehung zum Wettergott Petrus hätten. Denn dieser bescherte ihnen anstatt des vorhergesagten Regenwetters strahlenden Sonnenschein. „Das Wetter ist echt super. Die Strecke ist trockener als letztes Jahr“, freute sich Siegfried Rosenberger. Der Vorsitzende des Fördervereins der Feuerwehr Spiegelberg, die den Bikemarathon ausrichtet, hat jede Menge zu tun. Mit 650 Startern ist zwar die Höchstzahl von 750 nicht erreicht, aber der Aufwand ist enorm. Rund 200 Helfer packen mit an, damit alles reibungslos klappt.

Aus ganz Deutschland pilgerten Mountainbike-Begeisterte ins Lautertal, wo’s pro Runde 735 Höhenmeter zu überwinden gibt. Mit 415 Startern belassen es die meisten bei einer Runde. Zweimal strampeln 175 Fahrer durch den Wald und die gut 82 Kilometer schaffen nur noch 61 Radsportler. Eine von 52 teilnehmenden Frauen ist Chiara Beer. Die 17-jährige fährt erst seit zwei Jahren mit dem Bike durch Wald und über Wiesen. Feuer gefangen hat sie wegen ihres Vaters, der das Hobby schon länger betreibt. „Aber so richtig los ging es erst, als ich mit einer Freundin an einem Rennen teilgenommen habe,“ erzählt die Gymnasiastin. In Spiegelberg fuhr sie die Runde in eineinhalb Stunden und war schnellste Frau. Die Strecke hat es ihr, die noch lieber auf dem Rennrad unterwegs ist, angetan: „Das ganze drum herum ist schön. Auf den Schotterwegen muss man allerdings vorsichtig fahren.“

Auch Wieslaw Sender zeigt sich begeistert. Der 34-Jährige fährt im Jahr um die 20 Rennen und trainiert sechs Mal pro Woche. Bei seiner Premiere im Lautertal fuhr er nach 1:06 Stunden als Erster der 27-Kilometer-Distanz ins Ziel. „Eine gute Zeit,“ freute sich Sender. Für ihn ist der Radsport mehr als nur Hobby: „Ich brauche das als Ausgleich zum Beruf. Sich in der Natur verlieren, sich mit anderen messen und seinen eigenen Willen bekämpfen.“ Die Verhältnisse fand er optimal: „Es war zum Glück trocken, denn die Strecke ist sehr anspruchsvoll.“ Kein Wunder, dass er nächstes Jahr wieder nach Spiegelberg kommen will.

Der Drittplatzierte Ein-Runden-Fahrer Daniel Krämer ist ein Spiegelberg-Erstling, obwohl er mit 30 Rennen pro Jahr fast auf dem Mountainbike zu Hause ist. Der 25-Jährige aus der Nähe von Würzburg begann vor zehn Jahren, um Gewicht zu verlieren. Seitdem, ist er kaum vom Rad zu bekommen, trainiert im Schnitt 20 Stunden in der Woche und hat als Zweiradmechaniker sein Hobby gar zum Beruf gemacht. Vom Lautertal-Bikemarathon ist er begeistert: „Ich bin das erste Mal hier, aber die Organisation ist super. Ich komme nächstes Jahr wieder.“

Im Gegensatz zu Beer, Sender und Krämer war Spiegelbergs Bürgermeister Uwe Bossert schon immer dabei. Er lobt vor allem den Einsatz der vielen Helfer: „Die Unterstützung aus der Gemeinde und von der Feuerwehr ist toll“. Ihm geht es darum, dass nicht nur die sportliche Seite, sondern das Gesamtpaket stimmt: „Die Strecke war in einem Top-Zustand und es war sehr angenehm zu fahren. Aber es geht auch darum, dass die Leute sich rundum wohlfühlen. Von allem was ich gehört habe, ist uns das gelungen.“

Alle Starter und Zuschauer wurden diesmal gar Zeuge einer Premiere in der elfjährigen Geschichte der Veranstaltung: Zum ersten Mal musste die Feuerwehr während des Marathons wegen eines angeblichen Dachstuhlbrands in Jux ausrücken. Zum Glück für alle war es nicht dramatisch, handelte es sich doch nur um einen Defekt an der Solaranlage.

 

 

2015


 

Pure Begeisterung bei Fahrern und Machern

Beim 10. Lautertal-Bikemarathon freuen sich die knapp 700 Teilnehmer über das tolle Wetter, die perfekten Streckenverhältnisse und die gute Organisation

„Perfekt“ war wohl die am häufigsten benutzte Vokabel im Zusammenhang mit dem 10. Lautertal-Bikemarathon. Sehr gut im Rennen lagen auch die Wörtchen „super“ und „genial“. Über Spiegelberg lachte die Sonne, die Strecke war ziemlich trocken, kurzum: Die Mountainbiker, die eine, zwei oder drei Runden fuhren, freuten sich über beste Bedingungen.

Das Spitzentrio beim härtesten Rennen über drei Runden: Erik Hoffmann, Konrad Gruber und Daniel Aspacher (von links).
Foto: B. Strohmaier
 

Von Steffen Grün

Im Zielbereich am Sportplatz in Spiegelberg einen Sportler zu finden, der kritische Worte über die Veranstaltung verloren hätte, gestaltete sich als Ding der Unmöglichkeit. Der einhellige Tenor: Besser geht’s nicht. „Es war mehr als perfekt“, betonte beispielsweise Joachim Mesch: „Die Strecke war genial, das hat zum Zehnjährigen gepasst.“ Die Trails in den Wäldern seien „furztrocken“ gewesen, ergänzte der Rietenauer schmunzelnd, „eigentlich schade, dass ich nur eine Runde gefahren bin“.

Eine Runde, also 27,6 Kilometer und 739 Höhenmeter, hatte sich die Mehrheit der 673 gestarteten Fahrer vorgenommen. Unter anderem auch Ralf Piechatzek aus Auenwald, der ein Loblied auf die engagierten Macher vom Förderverein der Feuerwehr Spiegelberg sang: „Die Organisation war perfekt – wie immer. Die ganze Ortschaft steht dahinter.“ Inklusive Bürgermeister Uwe Bossert, der vom „super Wetter“ sowie der „super Strecke“ schwärmte und nach dem Rennen „lauter begeisterte Bikerinnen und Biker“ ausgemacht hatte.

Einer von ihnen war Michael Bauer aus Auenwald, der zwei Runden (55,2 Kilometer, 1478 Höhenmeter) in seinen Knochen hatte, als auch er nur Gutes zu berichten hatte: „Es war super, einfach perfekt. Das Wetter war top, die Strecke gerade richtig.“ Wer nun vermutete, dass wenigstens die ganz Harten, die drei Runden und damit 82,8 Kilometer mit 2217 Höhenmetern abgestrampelt hatten, zumindest im ersten Moment über irgendein kleines Detail fluchen würden, sah sich getäuscht. „Die Bedingungen waren gut“, sagte Konrad Gruber: „Nicht zu heiß, nicht zu kalt, und die Sonne kam auch heraus.“ Der 26-jährige Backnanger landete hinter Erik Hoffmann (Lokomotive Stuttgart) auf Platz zwei, „er hat mich am letzten Anstieg im Sprint abgehängt“. Egal, Gruber war mit seiner Zeit von 3:22:05 Stunden „mehr als zufrieden. Die Tatsache, gegen einen Ex-Profi verloren zu haben, wertet den zweiten Platz auf“. Mit Rang drei musste sich Titelverteidiger Daniel Aspacher begnügen, der wie Gruber für die Bartenbacher Zweiradschmiede Erkert in die Pedale trat.

Der Fördervereinsvorsitzende Siegfried Rosenberger freute sich über die „erfolgreiche Veranstaltung, es hat alles gepasst. So trocken war die Strecke seit Jahren nicht mehr, so haben wir uns das im Vorfeld gewünscht“. Über 200 Helfer sorgten an allen Fronten für einen reibungslosen Ablauf, die DRK-Ortsgruppen Oppenweiler und Spiegelberg blieben zum Glück weitgehend beschäftigungslos. Den Wanderpokal fürs größte Team gab es für die Fahrer von Bikes‘n‘Boards. Zwölf Biker, unter ihnen Bürgermeister Bossert, dürfen sich auf eine Wildcard für den 9. Oktober 2016 freuen, weil sie bei allen bisherigen zehn Bike-Marathons dabei waren.

Ganz am Ende fand Rosenberger mit einem Lachen im Gesicht doch noch etwas, was komisch gelaufen war: „Bislang hatten wir Klagen, dass unser Waschplatz zu klein ist. Jetzt haben wir ihn extra vergrößert und niemand musste sein Bike waschen.“ Es dürfte zu verschmerzen sein.

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